Kuba Party in Neumarkt am 6.9.

27. August 2008

Am Samstag, 6. September 08, findet anlässlich der Neumarkter Keller Trilogie des Kulturverein Raml Wirt eine Kuba Bar statt.

Ab 20:00 Uhr gibt´s im Aichhorn Keller in der Salzstrasse Kuba Feeling mit Sandissimo. Der ehemalige Brauerei Keller unter dem Aichhorn Haus stellt die Kulisse für die 2. Station der Keller Trilogie dar. Sandissimo mit Francisco P. Marzon, Günter Wagner und Andreas H. Santos sorgen für den karibischen Rhytmus, Mojito und co für den karibischen Geschmack. Die VeranstalterIn weist darauf hin, dass es sich trotz Karibik Bar um einen ehemaligen Brauerei Keller handelt, also eine kühle Umgebung – Pullover ist empfohlen. Wir gratulieren dem Kulturverein Raml Wirt in Neumarkt im Mühlkreis!


8. Journalistenkongress UPEC

25. August 2008

Die UPEC, der JournalistenInnenverband Kubas (Unión de periodistas de Cuba) hielt kürzlich ihren 8. Kongress ab. Neben zahlreichen Fragen der Aus- und Weiterbildung ging es auch um die Frage der Verantwortung der kubanischen JournalistInnen gegenüber der Revolution. Auch das Niveau der technischen Ausstattung wurde intensiv diskutiert: Kuba ist dabei, Radio- und Fernsehübertragungstechniken zu digitalisieren. Wenn mensch bedenkt, welche Aufwände die Umstellung des ORF von Analog auf Digital erfordert hatte – bis heute ist die Umstellung noch nicht in ganz Österreich erfolgt (BesucherInnen des Festival des politischen Liedes 2008 am Attersee haben vielleicht die EM Übertragungsschwierigkeiten diesbezüglich mitbekommen) – kann vielleicht abschätzen, was ein derartiger Schritt für Kuba bedeutet. Aber auch inhaltlich wurde viel diskutiert, etwa was es für JournalistInnen bedeutet, die Revolution zu verteidigen: nicht etwa kritikloses Niederschreiben der Beschlüsse der Partei sondern die Verpflichtung zur sorgfältigen Recherche und zur Wahrheit. Die Revolution zu verteidigen heisst, den Konzepten und Haltungen jener zu Widersprechen, die dem Imperium dienen, das die Werte, die wir am liebsten lieben, zerstören will. Und von den USA bezahlte JournalistInnen gibt es in Kuba tatsächlich. Darum spricht Raul Castro auch davon, dass die Revolution zu verteidigen auch heisst jene zu rügen, „die nur unsere Mängel suchen und nicht sehen, was wir im Übersluss haben.“ Und Cuba hat in der Tat nicht nur Mängel sondern auch Überfluss, auch an elementaren Menschenrechten.


Chexpedia-neues Kuba Projekt in Österreich

25. August 2008

Ein ganz interessantes Kuba Projekt hat sich in der Steiermark / Kärntem manifestiert: Chexpedia. Getragen (derzeit) von 5 engagierten jungen Menschen (Alejandro, Angelika, Dario, Martina, Markus) stellt sich das Projekt 2 Ziele: zum einen dem Mythos „Che“ etwas tiefer nachzugehen und zum anderen konkrete Projekte in Waisenhäusern und Schulen in Kuba zu unterstützen. Die Homepage ist übersichtlich und informativ, ein Besuch, der sich lohnt. Im September geht es zu einer Expedition auf den spuren von Che Guevara: von Mexico nach Cuba, Reiseberichte werden online gestellt.


Club 120

20. August 2008

Der Club 120 ist eine der Finanzierungsquellen des Containerprojektes. Wir sammeln punktgenau auf Auftrag unserer Kubanischen PartnerInnen in Holguin – das sind die Gewerkschaft CTC und die Polyklinik, Material, die von Kubanischen Stellen direkt angefordert werden. Es gibt also keinen Schrott, den niemand brauchen kann sondern eine (lange) Liste an Wünschen, die jeweils konkrete AbnehmerInnen haben. Der Club 120 bedeutet, dass jedeR, der/die beitritt, monatlich EUR 10,- via Dauerauftrag an das Containerkonto überweist und pro ca 50 Personen ist der Transport von einem Container nach Moa finanziert. Das wär doch was?


In alter Freundschaft

16. August 2008

Junge Welt vom 16.08.2008
Solidarität und Kommerz: Wirtschaftsbeziehungen zwischen China und Kuba seit Jahrzehnten ­stabil. Neue Projekte konzentrieren sich auf Erdölbranche und Biotechnologie
Michael R. Krätke
Es ist eine längere Geschichte. Vor 47 Jahren war Kuba das erste Land in Lateinamerika, das offizielle Beziehungen zur Volksrepublik China aufnahm. Die Revolutionsregierung in Havanna brach damals die Beziehungen zu Taiwan ab und wandte sich der Volksrepublik zu. Bereits im November 1960 wurde ein Abkommen über technische und wirtschaftliche Zusammenarbeit unterzeichnet. Zwar kühlten in den sechziger Jahren die Beziehungen rasch ab, die Sowjetunion übernahm die Rolle des »großen Bruders«. Aber seit 1989 spielt China wieder eine herausragende Rolle für den karibischen Inselstaat.

Trotz der enormen Entfernungen ist die Volksrepublik heute für Kuba der zweitwichtigste Handelspartner � und der entscheidende Geldgeber, um Entwicklungsprojekte (»Programas de la Revolución«) zu finanzieren. Die fernöstliche Weltwirtschaftsmacht kann es sich leisten, die von den USA seit 40 Jahren über Kuba verhängten Blockaden und Sanktionen zu ignorieren. Für Peking ist Kuba das Tor zur Karibik und zum lateinamerikanischen Raum, für Havanna ist China ein überaus verläßlicher und großzügiger Partner, der auf langfristige Kooperation setzt.

Seit Anfang der 1990er Jahre wird die technische und wirtschaftliche Zusammenarbeit beider Länder von einer gemischten kubanisch-chinesischen Kommission vorangetrieben. Sie handelt Abkommen über Finanzhilfen, Handel und gemeinsame Investitionsprojekte aus und wacht über die Gemeinschaftsprojekte. Als die Sowjetunion unterging, sprang die Volksrepublik ein. Ein wachsender Teil der chinesischen Finanzhilfen an Kuba sind de facto Geldgeschenke, wie man sie auch unter Brüdern nicht alle Tage macht. Im November 2004 wurde ein solcher Zuschuß in Höhe von 50 Millionen Yuan (etwa 6,1 Millionen US-Dollar) für die weitere Entwicklung des kubanischen Schul- und Hochschulsystems vereinbart. Weitere 50 Millionen Yuan wurden für den Ausbau des kubanischen Gesundheitssystems dazugelegt. Im Dezember 2005 erhielt Kuba wiederum 25 Millionen Yuan zur Finanzierung von Entwicklungsprojekten � alles geschenkt. Auch das Volumen der zinslosen Kredite aus Peking ist sprunghaft gestiegen, ebenso wie das des Handels. Zugenommen haben außerdem Zahl und Bedeutung der Joint-Ventures beider Länder. In absehbarer Zeit wird der kubanisch-chinesische Handel einen Umfang von mehr als einer Milliarde US-Dollar haben. Der Warenaustausch zwischen China und ganz Lateinamerika hat in den vergangenen fünf Jahren im Schnitt um 42 Prozent jährlich zugelegt.

Kuba ist heute für China ein wichtiger Handelspartner in Lateinamerika, und China der zweitwichtigste Partner der Kubaner. An erster Stelle steht da immer noch Venezuela, das Kuba täglich 90000 Barrel (ein Barrel hat 159 Liter) Öl zu Vorzugsbedingungen liefert. Kuba exportiert in der Hauptsache Rohstoffe und Agrarprodukte nach China � Rohzucker, Metalle, Zitrusfrüchte, Tabak, Muscheln. China liefert zwar auch Nahrungsmittel wie Reis und Bohnen, aber in allererster Linie kommen Industrieprodukte (Haushaltsgeräte, Zugmaschinen, Fahrzeuge, Eisenbahnwaggons, Ausrüstungen für die Produktion von Fahrrädern, Textilien, Computer und Ausrüstungen für die Telekommunikation) auf die Karibikinsel. Das Land hat inzwischen fast 9000 Busse von der chinesischen Firma Yutong bezogen, um sein öffentliches Verkehrssystem auszubauen und zu modernisieren.

Kubas Handelsbilanz mit China ist allerdings chronisch defizitär, was das Interesse Havannas an einer Erweiterung und Diversifizierung des Güter- und Leistungsaustausches erklärt. 2003 hat das Land � als erstes in Lateinamerika � von China ein offizielles Tourismusgütesiegel erhalten. Zwar besuchen jährlich kaum 10000 chinesische Urlauber Kuba, aber die Tendenz ist rasch steigend.

Natürlich verfolgt Peking eigene, langfristige Interessen. Kuba ist ein potentiell reiches Land, reich an natürlichen Ressourcen aller Art, keineswegs auf die Rolle des Rohzuckerexporteurs festgelegt. Im Osten der Insel liegen einige der wichtigsten Nickelvorkommen der Welt. Die Volksrepublik braucht wachsende Mengen Nickel als Legierungsmetall für ihre florierende Stahlindustrie. Beide Länder haben deshalb ein Gemeinschaftsprojekt zur Erschließung von Lagerstätten auf der Insel gestartet, und China wird gut 500 Millionen Dollar in den kubanischen Nickelbergbau investieren. Kuba indes hat sich verpflichtet, zwischen 2005 und 2010 mindestens 4000 Tonnen Nickel pro Jahr nach China zu liefern. Neben den Joint-Ventures im Bergbau wurde ein Vertrag über Erdölförderung zwischen der Cubapetróleo und der zweitgrößten staatlichen Ölgesellschaft Chinas, Sinopec, abgeschlossen. Damit wird die Erschließung der Ölvorkommen im kubanischen Teil des Golfs von Mexiko möglich � ohne die US-Ölmultis. Bemerkenswert sind die Versuche in jüngster Zeit, die Kooperation im Dreieck, d.h. mit Beteiligung Venezuelas, auszubauen (z.B. beim Bau eines Kraftwerks und eines neuen Stahlwerks in Kuba).

Die Glanzstücke der Zusammenarbeit finden sich in einer Zukunftsindustrie: der Biotechnologie. Hier gehört Kuba zu den in der Forschung weltweit führenden Nationen. Seit 2005 arbeiten chinesische und kubanische Unternehmen in der biotechnologischen Forschung und Entwicklung eng zusammen. In China wurde dank der Zusammenarbeit Biotec Pharmaceutical gegründet, ein Unternehmen, das weltweit führend in Erforschung, Entwicklung, Produktion und Vertrieb von monoklonalen Antikörpern, die zur Krebsbehandlung eingesetzt werden, ist.

Den Artikel finden Sie unter: http://www.jungewelt.de/2008/08-16/031.php

(c) Junge Welt 2008

http://www.jungewelt.de/


13. August: feliz cumpleaños, Compañero Fidel !

13. August 2008

Am 13. Augsut feiert Fidel Castro seinen 82. Geburtstag.

Wir feiern mit und wünschen alles Liebe!


Aufruf des Internationalen Komitees für die Freiheit der Cuban Five

8. August 2008

 Liebe Unterstützer der Cuban Five,

Am kommenden 12. September ist der 10. Jahrestag der ungerechten Verhaftung und Inhaftierung der Cuban Five. Es wird dazu aufgerufen, in der Zeit vom 12.September bis zum 8. Oktober alle möglichen Aktionen durchzuführen, um diesen Anlass zu begehen.
In dem Versuch, innerhalb der USA ein breiteres Publikum zu erreichen, organisiert das Internationale Komitee für die Freiheit der Cuban Five ein wichtiges Konzert in New York City, das wir „Fünf Stars und ein Lied“ nennen.
Das Konzert bietet weltbekannte Latino-Performer einschließlich: Danny Rivera (Puerto Rico), Victor Victor (Dominikanische Republik), Chuchito Valdes (Kuba) und die Puerto Rican Golden Jazz All Stars (U.S.). Danny Rivera stand schon gemeinsam mit Julio Iglesias, Will Smith und Placido Domingo auf der Bühne und hat nach Auftritten im Madison Square Garden und der Carnegie Hall in New York Schlagzeilen gemacht. Die Kompositionen von Victor Victor werden bereits als Klassiker im Erbe der dominikanischen Musik betrachtet.
Der Abend wird von Bill Santiago geleitet, der kürzlich auch die Gala der Latin Grammys moderierte. Wir haben weitere berühmte Persönlichkeiten eingeladen, die in Kürze ihre Teilnahme bestätigen werden.

Es ist uns eine große Ehre, Euch mitzuteilen, dass dieser gemeinsame Auftritt außergewöhnlicher Musiker das erste Konzert in den USA zur Unterstützung der „Cuban Five“ und ihrer Familien darstellt.

Das Konzert wird am Samstag, dem 13. September, von 20:00 Uhr bis 23:00 Uhr im Auditorium des „Hostos Community College in New York City stattfinden.

Am 10. September werden wir eine Pressekonferenz zur Ankündigung des Konzertes in den US-Medien abhalten und dort die wachsende internationale Unterstützung der „Cuban Five“ bekannt machen.

Obwohl die meisten Künstler ihre Zeit für diese wichtige Sache unentgeltlich zur Verfügung stellen, müssen wir die Kosten für ihre Reise, Unterbringung, den Ausstattungsverleih, für Techniker, Öffentlichkeitsarbeit und viele andere Ausgaben tragen.

Wir rufen Euch dazu auf, uns dabei zu helfen, dieses Konzert zu einem wichtigen Schritt vorwärts auf dem Weg zur Durchbrechung des Schweigens um den Fall der Cuban Five werden zu lassen.

Außer für das Konzert erwarten wir noch erhebliche Kosten in Verbindung mit der Öffentlichkeitskampagne zur Erreichung der verschiedenen U.S.- und ausländischen Medien bei der Forderung der Freiheit für die Cuban Five und für die Erteilung von Visa an die Familienmitglieder der Fünf, denen das Besuchsrecht verweigert wird.

In den vergangenen zwei Jahren hat das internationale Komitee praktisch ohne Mittel gearbeitet. Wir hatten das Glück, dass wir einige Unterstützung von Freunden aus den USA, Spanien und Argentinien erhielten, die uns halfen, unsere Materialien zu veröffentlichen und unsere Anwesenheit bei Ereignissen in aller Welt zu ermöglichen.

Angesichts der ernsten Schwierigkeiten, mit denen unsere fünf Brüder und deren Familien nach einem Jahrzehnt der Ungerechtigkeit konfrontiert werden, bedarf es eines größeren Aufwandes von uns allen.

Wir wissen, dass Ihr in der Vergangenheit Zeit und Mittel in den Kampf zur Befreiung der Fünf investiert habt und Eure Aktivitäten werden von ihnen zutiefst geschätzt. Die Fünf erinnern uns ständig daran, dass ihnen die Solidarität, die sie erhalten, viel Ermutigung und Stärke gibt.

Das internationale Komitee bittet Euch um Hilfe, damit dieses historische Ereignis zu einem Erfolg wird, der nicht übersehen werden kann. Wir denken, dass dieser hochkulturelle Abend zum 10. Jahrestag ihrer Verhaftung ein wichtiger Schritt nach vorn wird zur Durchbrechung des Schweigens um den Fall. Dieses Konzert wird uns eine Möglichkeit bieten, seine Besucher über die Ungerechtigkeit, der unsere fünf Brüder ausgesetzt sind, zu unterrichten.

Schickt uns bitte einen steuerlich absetzbaren Beitrag für das IFCO/Awareness Project und schickt Euren Scheck an:

International Committee for the Freedom of the Cuban Five
P.O. Box 22455
Oakland CA 94609

Für einen Beitrag aus Übersee schreibt bitte an info@thecuban5.org , um Euch über die Art der Überweisung zu informieren.

Wir schätzen Eure Großzügigkeit und danken Euch im Voraus für all Eure Unterstützung und Solidarität in dieser edlen Sache.

Eine kräftige Umarmung
Graciela Ramírez, Clara Sastre und Alicia Jrapko

Internationales Komitee für die Freiheit der Cuban Five
www.thecuban5.org

Deutsch: ¡Basta Ya! (jmb, db)


Obama und das Imperium

8. August 2008

aus: http://www.miami5.de/news_08.html

7. August 2008: In seinem Artikel „Obama und das Imperium“ in der gestrigen Ausgabe der angesehenen Internet-Zeitung Dissident Voice [Abweichende Stimme] schreibt der frühere Mitarbeiter im US-Außenministerium William Blum über Obamas Verhältnis zur derzeitigen US-Außenpolitik. Darin heißt es u.a.:
[...] umarmt [Obama] Israel vollständig und unmissverständlich, als wäre es der 51. Staat, ignoriert die Hamas, eine in dem besetzten Gebiet gewählte Regierung, beklagt die Berliner Mauer in seiner kürzlichen Rede in dieser Stadt, erwähnte aber weder die israelische Mauer, während er in Israel war, noch die zahllosen von [US]-Amerika erbauten Mauern, während er in Bagdad war, bezeichnet die venezolanische Regierung von Hugo Chávez als „autoritär“, nicht aber die Regierung von George W. Bush, die dieses Etikett viel eher verdient, spricht mit den üblichen Fehlinformationen und der üblichen Feindseligkeit über Kuba, abgesehen von einer symbolischen Reform bei den Besuchen und Geldüberweisungen [gemeint sind die Besuche und Überweisungen der in den USA lebenden Kubaner]. Aber würde er es je wagen, den empörenden Fall der inhaftierten Cuban Five in seinen häufigen Ausführungen über den Kampf gegen den Terrorismus zu erwähnen?
Damit setzt auch Blum den Fall der Fünf in den Kontext der US-Außenpolitik.
Und dann erfolgt ein Rundumschlag über die US-Außenpolitik der letzten Jahrzehnte und Obamas (wechselnde) Meinungen dazu. Er geht auf den Überfall auf Jugoslawien 1999, darauf wie Carters (und Obamas) Berater Zbigniew Brzezinski 1979 die Sowjet Union nach Afghanistan lockte, den jetzigen Afghanistankrieg, den Irakkrieg, die Machenschaften am Internationalen Gerichtshof in Den Haag und vieles mehr ein. Unseren Englisch sprechenden Lesern können wir die Lektüre des Artikels nur wärmstens empfehlen .
William Blum ist der Autor von: Killing Hope: US Military and CIA Interventions Since World War 2, [Die Tötung der Hoffnung: Interventionen des US-Militärs und der CIA seit dem 2. Weltkrieg], Rogue State: A Guide to the World’s Only Superpower [Schurkenstaat: Ein Führer zur einzigen Supermacht der Welt], West-Bloc Dissident: A Cold War Memoir,: [Abweichler vom westlichen Block: Erinnerungen an den Kalten Krieg], Freeing the World to Death: Essays on the American Empire. [Die Welt zum Tode befreit: Essays über das amerikanische Imperium].


Enthüllung Che Büste in Wien

7. August 2008

Sie wird zwar nicht so groß wie die der Argentinier, der voraussichtliche Termin für die Enthüllung der Che Büste im Wiener Donaupark ist aber schon fixiert:

Donnerstag, 9. Oktober 2008 vormittags.

Termin merken, hinfahren, aber vorher noch spenden ;-)


Kampagne für einen Mörder

7. August 2008

Kubanische Exilgruppen in den USA drängen auf Begnadigung eines Terroristen
Harald Neuber in der Jungen Welt
Wenige Monate vor der US-Präsidentschaftswahl erhöhen rechtsgerichtete Organisationen des kubanischen Exils den Druck auf die regierende Republikanische Partei von Präsident George W. Bush. In einem offenem Brief, der Mitte der Woche in mehreren US-Tageszeitungen veröffentlich wurde, fordern Exilgruppen die Begnadigung des verurteilten Terroristen Eduardo Arocena. Der heute 65jährige gebürtige Kubaner sitzt seit 1983 wegen zahlreicher politischer Morde und Anschläge in Haft.

Die Chancen auf Erfolg stehen nicht schlecht. Die Republikaner sind im Wahlvorfeld mehr denn je auf die politische und finanzielle Unterstützung rechter Exilorganisationen angewiesen. Drei ihrer Kongreßabgeordneten � Ileana Ross-Lehtinen sowie die Brüder Lincoln und Mario Díaz-Balart � sind als Mitglieder der Exilgemeinde direkt von der Gunst der mächtigen Anti-Castro-Lobby in den USA abhängig. Mit einer Petition an Präsident George W. Bush signalisierten sie deswegen schon ihre Unterstützung für die Kampagne. Arocena sei ein »beispielhafter Kubaner und Patriot«, heißt es in dem Schreiben. In einem US-Gefängnis in Indianapolis sitze er nur »aus Liebe für die Freiheit seines Vaterlandes ein«.

In Kuba wird das anders gesehen. Alarmiert von der Kampagne für Arocena widmete das kubanische Fernsehen dem Fall in den vergangenen Tagen mehrere Sondersendungen. In der staatlichen Tageszeitung Granma wies der Journalist Jean-Guy Allard auf die Geschichte Arocenas hin. Als Gründer der paramilitärischen Organisation »Omega-7« habe er persönlich Mordanschläge auf kubanische Diplomaten angeordnet. Selbst die US-Bundespolizei FBI schreibt Omega-7 »etwa 30 Bombenanschläge in New York, New Jersey und Floria in den Jahren 1975 bis 1983 zu«, so Allard. Verurteilt wurde Arocena unter anderem wegen der Ermordung des Kubaners Eulalio Negrín in New Jersey im November 1979. Zur Last gelegt wird ihm auch der Mord an dem kubanischen Diplomaten bei den Vereinten Nationen, Félix García Rodríguez. Der Abgesandte Havannas war im September 1980 in New York auf offener Straße erschossen worden.

In Havanna wird die Kampagne für den verurteilten Mörder auch deshalb aufmerksam verfolgt, weil es nicht das erste Mal wäre, daß ein antikubanischer Aktivist vom US-Präsidenten begnadigt wird. In einer ähnlichen Aktion war der international gesuchte Terrorist Orlando Bosch im Jahr 1990 kurz nach Amtsantritt von dem damaligen US-Staatschef George Bush, dem Vater des amtierenden Präsidenten, von der Haft befreit worden. Mit dem Straferlaß hatte Bush damals die Unterstützung durch die exilkubanischen Organisationen vergolten. Ein ähnlicher Deal könnte auch jetzt wieder ausgehandelt werden. Ein Indiz dafür sieht der Journalist Allard: Mitte 2005 hatte der amtierende Präsident einer anderen paramilitärischen Gruppe mit dem Namen »Alpha 66« für ihre »Hilfe« gedankt.

Den Artikel finden Sie unter: http://www.jungewelt.de/2008/08-02/036.php

(c) Junge Welt 2008

http://www.jungewelt.de