Blog Urlaubspause bis 20. Oktober

28. September 2008

Liebe Leute,

aufgrund Urlaub gibt´s Blogpause bis 20. Oktober.

Bitte kümmert Euch in der Zwischenzeit um die Hurricanehilfe – siehe auch die dazugehörigen Artikel auf dieser Blogpage.

Am Do 9. Oktober ist die Enthüllung des Che Denkmals in Wien durch Bürgermeister Michael Häupl

Am Freitag, 7. November gibt´s in Linz die OÖ Kuba Aktivitätenkonferenz.

Alles Weitere hängt von Euch ab.

Saludos,

Gigs


Chávez verleiht Kubanern höchsten Orden Venezuelas

24. September 2008

(www.redglobe.de) Venezuela verleiht den seit zehn Jahren in US-Gefängnissen inhaftierten kubanischen Aufklärern den höchsten Orden des Landes. Das kündigte Venezuelas Präsident Hugo Chávez am Sonnabend in Bolívar, 500 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Caracas, an. Antonio Guerrero, Fernando González, Gerardo Hernández, Ramón Labañino und Rene González erhalten den Orden del Libertador (Orden des Befreiers) für ihren Kampf gegen den Terrorismus, erklärte Chávez während des Gründungskongresses des Jugendverbandes der Vereinten Sozialistischen Partei Venezuelas (PSUV).
Die fünf Kubaner, die in von Miami aus operierende Organisationen eingedrungen waren, um gegen Kuba gerichtete Anschläge zu verhindern, seien nicht nur Helden Kubas, sondern auch Helden des Volkes und der Jugend Venezuelas. Als Kämpfer gegen den Terrorismus bezahlten sie als „Gefangene des Imperiums“ für ihr Verhalten. Tatsächlich seien sie „fünf vom nordamerikanischen Imperium entführte Jugendliche“, so der venezolanische Präsident. Der venezolanische Orden sei eine Anerkennung für ihr Heldentum und ihre Aufopferung, so Chávez. Zahlreiche Jugendorganisationen Venezuelas hatten seit mehr als einem Jahr Unterschriften unter einer Resolution gesammelt, in der von der Regierung die Verleihung des Ordens an die fünf Antiterroristen gefordert wurde.

Zugleich kritisierte Chávez, dass sich Washington nach wie vor weigert, den verurteilten Terroristen Luis Posada Carriles an Venezuela auszuliefern. Posada war aus einem venezolanischen Gefängnis geflohen, in dem er wegen eines Bombenanschlags auf ein kubanisches Verkehrsflugzeug eingesessen hatte, der 73 Menschen das Leben gekostet hatte. 


Tochter von Che kritisiert USA

22. September 2008

Aleida Guevara March (r.), Ärztin und Tochter von Che Guevara, hat scharfe Kritik am Umgang der USA mit den »Miami Five«, fünf in den Vereinigten Staaten wegen »Spionage« inhaftierten Kubanern, geübt. »Die Amerikaner halten nicht einmal ihre eigenen Gesetze und Richtlinien ein«, so Guevara March am Freitag auf einer Pressekonferenz in Berlin, an der auch Elizabeth Palmeiro (l.), Ehefrau eines der fünf Männer, teilnahm. Die Kubaner, die im Auftrag ihrer Regierung in Exilorganisationen in Miami Informationen über terroristische Aktivitäten gegen ihr Land sammelten und nach ihrer Verhaftung 1998 zu hohen Gefängnisstrafen verurteilt wurden, dürfen ihre Familienangehörigen seit Jahren nicht sehen, obwohl dieses Recht in der US-amerikanischen Verfassung verankert ist. (Junge Welt vom 20.09.2008)


Fidel Castro: Auf wessen Kosten spielt man die Rolle des Guten?

21. September 2008

Als die US-Regierung nach dem Hurrikan Gustav scheinheilig 100.000 Dollar als Katastrophenhilfe anbot – nach vorheriger Inspektion ihrerseits vor Ort zum Nachweis der Schäden – wurde ihr geantwortet, dass Kuba keinerlei Spende von dem Land annehmen kann, das gegen uns eine Blockade verhängt hat, und dass die Schäden schon berechnet wurden. Außerdem wurde geantwortet, dass das von uns Geforderte darin besteht, dass der Export von unerlässlichen Materialien und die an die Handelsoperationen gebundenen Kredite nicht verboten werden.

Einige im Norden haben sich heiser geschrien, dass die Zurückweisung von Kuba unglaublich sei.

Als wenige Tage später Ike das Land von der Ostspitze Punta de Maisí bis zur Westspitze Cabo de San Antonio geißelte, waren die Nachbarn des Nordens etwas schlauer. Sie haben die Sprache gemildert. Sie sprachen von abflugbereiten Flugzeugen mit Waren für fünf Millionen Dollar, dass eine Schadenseinschätzung nicht notwendig sei, da man das schon mit eigenen Mitteln getan habe, womit niemand anders als diejenigen gemeint sein können, die unser Land ausspionieren. Dieses Mal würde man die Revolution in Verlegenheit bringen – so dachten sie. Wenn sie es sich trauen würde, das Angebot zurückzuweisen, würde sie bei der Bevölkerung auf Schwierigkeiten stoßen. Vielleicht glaubten sie, dass niemand die vom US-Fernsehen verbreiteten Bilder gesehen hatte, als Besatzungstruppen der UNO Nahrungsmittel an die hungrige Bevölkerung in Haiti verteilten, welche sich über einen Stacheldraht hinweg darum stritt, was sogar zu verletzten Kindern geführt hat.

Der Hunger in jenem Land ist Ergebnis der historischen und unerbarmherzigen Ausplünderung der Völker. Am selben Ort, in Gonaïve, haben unsere Ärzte ihr Leben aufs Spiel gesetzt, um die Bevölkerung dieser Stadt ärztlich zu betreuen, so wie sie es in fast einhundert Prozent der Verwaltungskreise jener Nation tun. Diese Entwicklungshilfe geht dort, wie in Dutzenden Nationen der Welt, trotz der Hurrikans weiter. Auf die neue und schlaue diplomatische Note wurde ihnen kategorisch geantwortet: „Unser Land kann keine Spende von einer Regierung annehmen, die uns mit einer Blockade belegt, aber es ist bereit, solche unabdinglichen Materialien bei jenen US-Unternehmen zu kaufen, welche diese exportieren, und beantragt die Genehmigung dieser Zulieferungen sowie der für alle Handelsoperationen üblichen Kredite.“

„Wenn die US-Regierung dies nicht für ständig autorisieren möchte, beantragt Kuba zumindest eine Genehmigung für die nächsten sechs Monate, besonders unter Berücksichtigung der von den Hurrikans Gustav und Ike verursachten Schäden und unter Beachtung dessen, dass noch die gefährlichsten Monate der Hurrikan-Saison bevorstehen.”

Dies wurde nicht mit Überheblichkeit getan, denn das ist nicht Kubas Stil. In der Note selbst konnte man sehen, wie mit Bescheidenheit die Idee zum Ausdruck gebracht wurde, dass wir mit der zeitlich begrenzten Aufhebung  der Verbote zufrieden sind.

Der US-Handelsminister Carlos Gutiérrez hat am Freitag, dem 12., ausgeschlossen, dass die Blockade zeitweilig aufgehoben werden könnte.

Es ist offensichtlich, dass die Regierung jenes mächtigen Landes nicht begreifen kann, dass die Würde eines Volkes zu keinem Preis gekauft werden kann. Die Solidaritätswelle für Kuba, die große und kleine Länder umfasst, Länder mit und sogar ohne Ressourcen, würde an jenem Tag verschwinden, an dem Kuba seine Würde aufgibt. Diejenigen, die sich in unserem Land darüber ärgern, irren sich entschieden. Wenn es anstelle der fünf Millionen eine Milliarde wäre, würde dieselbe Antwort erfolgen. Der durch die Blockade und die Aggressionen der Yankees erlittene Schaden an tausenden Menschenleben, an Leiden und über 200 Milliarden Dollar kann mit nichts bezahlt werden.

Im vorläufigen offiziellen Bericht wurde der Bevölkerung erklärt, dass das Land in weniger als zehn Tagen einen fünf Milliarden übersteigenden Schaden erlitten hat. Aber ihr wurde ebenfalls erläutert, dass diese Zahlen auf konventionellen Preisen beruhen, die historisch und bis zu einem gewissen Zeitpunkt gültig waren, und die nichts mit der jetzigen Realität zutun haben. Die ganz klare Erläuterung, dass „die Berechnung der Verluste an Wohnungen auf der Grundlage von  konventionellen Preisen, die historisch und bis zu einem gewissen Zeitpunkt gültig waren, erfolgten und nicht nach den zu internationalen Preisen gültigen realen Werten, darf niemals vergessen werden. Es ist ausreichend darauf hinzuweisen, dass zum Besitz einer dauerhaften Wohnung, die den stärksten Winden trotzen kann, ein Element notwendig ist, an dem Mangelware herrscht: die Arbeitskraft. Dieselbe wird für eine provisorische Ausbesserung genau so benötigt, wie für einen dauerhaften Bau. Die genannte Arbeitskraft muss auf alle anderen Produktionsstätten und Dienstleistungseinrichtungen verteilt werden, von denen viele bedeutende Schäden erlitten haben, weshalb der reale Wert einer Wohnung auf der Welt und die entsprechende Rückzahlung der Investition um etliche Male größer ist.”

Der von der Natur versetzte Schlag war mächtig, aber es ist ermutigend zu wissen, dass es keine Unterbrechung in unserem Kampf geben wird.

Auf die Wirtschaftskrise, die die Vereinigten Staaten und infolgedessen alle anderen Völker der Welt geißelt, gibt es keine endgültige Antwort. Im Gegensatz dazu gibt es diese für die Naturkatastrophen in unserem Land und für jeden Versuch, unserer Würde einen Preis setzen zu wollen.

Fidel Castro Ruz

16. September 2008


200 Komitees für die 5 Kubaner in US Gefängnissen

19. September 2008

www.jungewelt.de

Peter Wolter, 20.09.2008
Die Kubaner kämpfen weiter um die Freilassung der fünf in den USA inhaftierten Landsleute. Ein Gespräch mit Elisabeth Palmeiro
Elisabeth Palmeiro ist mit Ramón Labañino verheiratet, einem der fünf Kubaner, die wegen ihres Antiterrorkampfes in den USA lebenslange Freiheitsstrafen verbüßen

Ihr Mann ist jetzt seit zehn Jahren in einem US-Gefängnis inhaftiert, weil er mit vier anderen Kubanern zusammen versucht hat, Terroranschläge gegen sein Land zu verhindern. Haben Sie ihn besuchen können?

Mir wurden bisher fünf Besuche bewilligt. Das letzte Mal habe ich ihn allerdings vor zweieinhalb Jahren gesehen. Die Ehefrauen von René Gonzáles und Gerardo Hernández sind schlechter dran, ihnen wurde die Einreiseerlaubnis achtmal verweigert.

Wie geht es ihm im Gefängnis?

Ramón wurde zu lebenslang plus 18 Jahre verurteilt. Man hat ihn in ein Hochsicherheitsgefängnis gebracht, in dem vorwiegend Schwerverbrecher einsitzen. Das ist sehr gefährlich für ihn, weil die sich in gewalttätigen Banden organisiert haben, die Mithäftlinge terrorisieren.

Gibt es Schikanen der Gefängnisleitung?

Ja natürlich. Sobald irgendein Problem in der Haftanstalt auftritt, bekommen alle Häftlinge Arrest – d. h., sie bleiben zwischen 24 Stunden und acht Wochen in ihren Zellen eingeschlossen. Zusätzlich gibt es spezielle Isolationszellen.

Seit Jahren wird versucht, ein Wiederaufnahmeverfahren einzuleiten, bisher vergeblich. In den USA steht jetzt die Wahl eines neuen Präsidenten an – können Sie sich vorstellen, daß bei einem Sieg von Barack Oba­ma bessere Chancen bestehen?

Nein, diese Illusion haben wir nicht. Es könnte allerdings der Fall eintreten, daß die künftige Regierung der USA weniger aggressiv und weniger fundamentalistisch ist als die des gegenwärtigen Präsidenten George W. Bush. Damit könnte sich das gesellschaftliche Klima verbessern, was auch die Justiz dahingehend beeinflussen könnte, daß sie nach den Gesetzen der USA urteilt und nicht wie im Fall von Ramón und seinen vier Genossen nach den außenpolitischen Interessen der Regierung.

Kuba kämpft seit vielen Jahren um deren Freilassung. Haben Sie einen Überblick darüber, welche Resonanz diese Bemühungen in der Weltöffentlichkeit finden?

Viele Menschen wissen so gut wie gar nichts über Kuba. Sie haben noch nie davon gehört, daß es seit der Revolution vor einem halben Jahrhundert von den USA ausgehend laufend Terroranschläge gegen unser Land gab, denen Tausende Menschen zum Opfer gefallen sind. Das muß man erst einmal wissen, um verstehen zu können, warum wir uns so für die fünf Genossen einsetzen. Aber zum Glück hat Kuba viele Freunde in der ganzen Welt. Bis heute wurden in 100 Ländern schätzungsweise 200 Solidartitätskomitees gegründet, die sich für die Freilassung der fünf einsetzen. Außerdem ist es gelungen, wichtige Resolutionen auf Parlamentsebene durchzusetzen – etwa in Großbritannien, Kanada, Rußland, Deutschland, Venezuela, Mexiko und Bolivien. Auch Amnesty International hat schon dreimal bei den US-Behörden eine Besuchserlaubnis für die Familienangehörigen angemahnt. Außerdem hat der Rat für Menschenrechte – früher war das die Menschenrechtskommission der UNO – im Jahr 2005 erklärt, daß diese Männer willkürlich verhaftet wurden, weil sie kein US-Gesetz verletzt haben. Bisher hat es die US-Regierung nicht für nötig gehalten, darauf überhaupt zu antworten. Aber unser Kampf um die Freilassung der fünf geht weiter.

Deren Inhaftierung ist nur eines der Probleme Kubas. Jetzt gibt es ein neues: die Verwüstung durch die Hurrikane Gustav und Ike …

Havanna, wo ich wohne, war nicht direkt betroffen. Insgesamt wurden im Land 444000 Häuser zerstört. Der Schaden wird auf umgerechnet fünf Milliarden Dollar geschätzt. In vielen Regionen wurde das Stromnetz zerstört. Tausende Hektar Ackerland wurden durch Sturm und Regengüsse verwüstet. Alle landwirtschaftlichen Produkte sind betroffen: Tabak, Bananen, Zuckerrohr, Zitrusfrüchte, Reis usw. Es ist so, als ob das Land wie in einem Krieg großflächig bombardiert worden wäre. Die Isla de la Juventud ist total zerstört. Die Hurrikansaison endet erst Ende November – bis dahin kann es noch weitere Katastrophen geben.

Unsere Regierung hat sofort die staatlichen Reserven für diejenigen zur Verfügung gestellt, die alles verloren haben. Natürlich ist die Situation sehr kritisch, wir sind darauf vorbereitet, daß es zu zahlreichen Engpässen kommt. Unsere Landwirtschaft konzentriert sich jetzt auf schnellwachsende Früchte wie Süßkartoffeln, Mais, Maniok und Gurken.


Landverteilung auf Kuba beginnt

18. September 2008

Am vergangenen Mittwoch begann in einem »beschleunigten Verfahren« die Verteilung »bisher brachliegender Flächen« auf Kuba. Wie das Landwirtschaftsministerium zu Wochenbeginn in Havanna mitteilte, sollte erreicht werden, den Boden »in kürzester Zeit produktiv und nachhaltig zu bewirtschaften«. Offensichtlich geschieht die vorfristige Inkraftsetzung der entsprechenden Gesetze aus dem Juli und August in Reaktion auf die verheerenden Schäden, die die Hurrikans »Gustav« und »Ike« angerichtet haben.
Laut einer ersten Bestandsaufnahme durch den Vizeminister für Landwirtschaft, Alcides López Labrada, wurden unter anderem fast 50000 Hektar Bananenplantagen, 10000 Hektar Maniok, 1000 Hektar Süßkartoffeln, 300 Hektar Samenanpflanzungen, 154 Gewächshäuser, 12000 Tabakhäuser und 138 Windräder vernichtet. An Verlusten wurden zudem 1,1 Million Liter Milch und über eine Million Stück Geflügel genannt. Die stärksten Schäden seien in der Provinz Pinar del Rio und auf der Insel der Jugend sowie in den Ostprovinzen zu verzeichnen. (www.jungewelt.de)


Fidel Castro: Von den Hurrikans bestürmt

17. September 2008

Wir hatten uns noch nicht vom emotionalen Eindruck und von den materiellen Schäden erholt, die vom Hurrikan Gustav durch außergewöhnlich starke Winde auf der Jugendinsel und in Pinar del Rio verursacht wurden, als uns die Nachrichten über die  vom Wirbelsturm Hanna hervorgerufenen Meeresüberschwemmungen erreichten, und noch schlimmer, jene Mitteilungen, dass Ike,  Hurrikan von hoher Intensität, aufgrund des durch das nördlich von ihm befindlichen starke Hochdruckgebiet ausgeübten Drucks in Richtung Südosten auswich und über eintausend Kilometer über das gesamte Gebiet unseres Landes hinwegfegen wird.

Das bedeutet, dass schließlich das gesamte Land von den drei Hurrikans betroffen wird und an manchen Stellen doppelt.

Wo wird einen Bananenbüschel, eine Frucht bzw. das Gemüse eines Intensivanbaus übrig bleiben? Wo Bohnenfelder bzw. andere Hülsenfrüchte? Wo ein Reis- oder Zuckerrohrfeld?  Wo eine Geflügel-, Schweine- bzw. Milchkühe-Farm? Das gesamte Land befindet sich jetzt in “Kampfalarm”, wie man es im Krieg nennt.

Jene in der Reflexion, die Gustav als einen Atomangriff bezeichnete, genannten Probleme haben sich vervielfacht. Die Prinzipien, die Leitfaden unseres Verhaltens sein sollen, bleiben bestehen, nur werden unvergleichbar größere Anstrengungen unternommen werden müssen.

Der Zivilschutz hat keine Minute ungenutzt verstreichen lassen. Diejenigen, die verantwortliche Positionen in Partei und Regierung innehaben, haben sich überall in Bewegung gesetzt. Die leitenden Kader müssen Disziplin fordern, Gefühle im Zaum halten und ihre Autorität ausüben. Fernsehen, Rundfunk und Printmedien übernehmen eine große Verantwortung in ihrer Funktion als Informationsübermittler.

Die Welt hat mit Bewunderung das Verhalten unseres Volkes gegenüber den Geißelungen von Gustav  beobachtet. Während die Feinde sich zynisch die Hände rieben, sind die Freunde entschlossen, – wie offenbar wurde – unserem Volk Hilfe zu leisten und es zeigte sich, dass es viele sind. Die über viele Jahre ausgesäte Solidarität trägt überall ihre Früchte. Russische Flugzeuge und die anderer Länder sind schnell aus tausenden Kilometern Entfernung mit Erzeugnissen gekommen, die nicht ihrem Volumen oder Preis nach gemessen werden, sondern gemäß ihrer Bedeutung. Spenden aus kleinen Staaten wie Ost-Timor, Botschaften aus wichtigen und freundschaftlich gesinnten Ländern wie Russland, Vietnam, China und anderen, brachten die Bereitschaft zum Ausdruck, so weit wie möglich ihre Kooperation bei den Investitionsprogrammen  leisten zu wollen, die wir unmittelbar zur Wiederherstellung der Produktion und zu deren Entwicklung in Angriff nehmen müssen.

Die Bolivarische Bruderrepublik Venezuela und ihr Präsident Hugo Chávez haben Maßnahmen getroffen, welche die großmütigste Solidaritätsgeste darstellen, die unser Vaterland je kennen gelernt hat.

Egal wie hart die erhaltenen und noch ausstehenden Schläge auch sein werden, unser Land ist meiner Meinung nach in der Lage, das Leben von Kubanern zu retten und den Familien solange materielle Unterstützung und Nahrungsmittelhilfe zukommen zu lassen, bis so kurzer Zeit wie möglich die Kapazität zur Nahrungsmittelproduktion wiederhergestellt wird. Diese Hilfe kann nicht in allen Kreisen gleich sein, da weder die Schäden gleich sind, noch die notwendige Zeit jedes einzelnen zur kompletten Wiederherstellung.

Wir werden im Augenblick von den Hurrikans bestürmt. Mehr denn je müssen die Vernunft und der Kampf gegen Verschwendung, Parasitentum und Bequemlichkeit geführt werden. Es muss mit vollkommener Ehrlichkeit gehandelt werden, ohne jegliche Demagogie oder Zugeständnisse an Willensschwäche und Opportunismus. Die revolutionären Partei- und Jugendorganisationsmitglieder müssen Beispiel sein. Sie müssen Vertrauen geben und empfangen und alles für das Volk geben, sogar das Leben, wenn es notwendig wäre.

Fidel Castro Ruz

7. September 2008

www.redglobe.de


Insgesamt sieben Tote durch Hurricane in Kuba

16. September 2008

(www.redglobe.de) Sieben Tote, mehr als eine halbe Million beschädigte Häuser, ein Gesamtschaden von etwa zehn Milliarden US-Dollar: Die beiden Wirbelstürme „Gustav“ und „Ike“, die innerhalb von zehn Tagen Kuba heimgesucht haben, hinterliessen eine Spur der Verwüstung. Vor allem in Holguín, Pinar del Río, Las Tunas, Camagüey und auf der Isla de la Juventud (Insel der Jugend) verursachten Wind und heftige Regenfälle schwere Zerstörungen. Trotzdem haben im ganzen Land die Aufräumarbeiten begonnen.

In der Fernsehsendung „Mesa Redonda“ (Runder Tisch), in der das kubanische Fernsehen täglich die Berichte über die Schäden und die Aufräumarbeiten zusammenfasst, informierte Ana Isa Delgado, Präsidentin des Verteidigungsrates der von „Ike“ schwer betroffenen Isla de la Juventud, dass bis Sonnabend bereits 77 Prozent der Stromversorgung wieder hergestellt werden konnten. Am Montag soll auch dort – wie in ganz Kuba – der Schulunterricht nach den Sommerferien wieder beginnen. Das Bildungsministerium in Havanna rief die Lehrer, Eltern, Schüler und lokalen Behörden dazu auf, Ersatzräume zu finden, wenn die Schulgebäude durch die Stürme zu stark beschädigt sein sollten. Ziel müsse es sein, dass so viele Schülerinnen und Schüler wie nur möglich sofort wieder mit dem Unterricht beginnen können, heisst es in der von der Jugendzeitung „Juventud Rebelde“ veröffentlichten Erklärung des Ministeriums.

In der selben Zeitung zieht auch die nationale Zentrale des kubanischen Zivilschutzes Bilanz. 2,5 Millionen Menschen seien mit mehr als 10.000 Transportmitteln vor den Stürmen in Sicherheit gebracht worden, ohne dass es dabei zu Unfällen gekommen wäre. Detailliert informiert der Zivilschutz über die Umstände, unter denen die sieben Todesopfer ums Leben gekommen sind und kommt zu der Schlußfolgerung, dass auch diese Todesopfer zu vermeiden gewesen wären, wenn sich die Betroffenen an die Anweisungen des Zivilschutzes gehalten hätten. So habe der 35-jährige Pascual Villafaña Rivera aus Camagüey inmitten des Sturms das Haus eines Familienangehörigen verlassen, in dem er sicher gewesen wäre, und sich auf den Weg nach Hause gemacht. Unterwegs sei er von einem umstürzenden Baum erfasst und erschlagen worden. Zu den sieben Todesopfern gehören auch der 76-jährige Pedro Corso Soto und der 35-jährige Ángel Sánchez Cabello, die gemeinsam versucht hatten, ihre Hausantenne in Sicherheit zu bringen und dabei mit dieser die Stromleitung berührten und einen sofort tödlichen Stromschlag erlitten. „Das für seine Effizienz anerkannte System des Zivilschutzes in Kuba garantiert den Schutz der gesamten Bevölkerung und der Wirtschaftsressourcen. Aber die Gründe der hier beschriebenen tragischen Vorfälle beweisen die Notwendigkeit, diszipliniert die Maßnahmen zu befolgen, die der Zivilschutz wiederholt festgelegt hat, um tragische Verluste von Menschenleben und die damit verbundene Trauer der Familien zu vermeiden“, mahnen die kubanischen Behörden.

Zugleich treffen immer mehr Hilfsgüter in Kuba ein. Ecuador übernahm die Kosten für Hilfssendungen des Welternährungsprogramms der UNO, darunter neun Tonnen Dosenfisch und 45 Tonnen mit Proteinen angereicherte Kekse. Mexiko bot der kubanischen Regierung Hilfe für den Wiederaufbau der eingestürzten oder beschädigten Wohnhäuser an. Die Arbeiter des indischen Medizinproduzenten Biocon, der mit kubanischen Einrichtungen bei der Produktion von Impfstoffen zusammenarbeitet, beschlossen, einen Tageslohn für die Opfer der Wirbelstürme zu spenden. Auch in zahlreichen Ländern Lateinamerikas, so in Venezuela und Ecuador, liefen Solidaritätskampagnen an.

Eine Ausnahme stellt mal wieder die Regierung in Washington dar. Wie Prensa Latina berichtet, fordern die US-Behörden als Voraussetzung für Hilfeleistungen oder auch nur eine Lockerung der Blockade, dass eine Gruppe von Inspektoren Kuba besuchen und die von den Wirbelstürmen angerichteten Schäden bestätigen soll. „Aber Kuba hat nie beim mächtigen Nachbarn im Norden um Hilfe gebeten, der die Insel seit 49 Jahren einer beispiellosen Handels-, Wirtschafts- und Finanzblockade unterworfen hat, um den Zusammenbruch der sozialistischen Regierung zu provozieren“, kommentiert die Agentur. Das kubanische Außenministerium habe dem State Department in Washington lediglich vorgeschlagen, durch Privatkredite von nordamerikanischen Privatunternehmen Material aufzukaufen, das für den Neubau von Wohnhäusern und die Wiederherstellung der Stromversorgung benötigt wird. Dabei handele es sich um eine gewöhnliche Handelsoperation, wie sie täglich hunderte und tausende Male weltweit durchgeführt werde, so Prensa Latina. US-Außenministerin Condoleezza Rice sagte hingegen, es sei momentan „nicht weise“, auch nur einzelne Handelsverbote gegen die Insel aufzuheben.


Briefe aus Holguin

15. September 2008

folgendes Email von Fermin erreichte kürzlich Matthias. Fermin war unser Dolmetsch bei der Brigadereise dieses Frühjahres, bei dem begonnen wurde, ein Weisenhaus in Holguin zu sanieren. Das Mail wurde in punkto Verständlichkeit leicht korrigiert.

Hallo lieber Mathias,

vielen Dank fur deine Sorgen, nur Freunde machen sich Sorgen um die Freunde.  Wie du ja gesehen hast ist es sehr furchtbar, alles in Holguin und ganz Kuba ist kapput gegangen, unser Krankenhaus ist sehr beschedigt worden, Strom, Dacht Glas, uberall liegen viele Bäumen an Boden. Mir geht es einiger Massen gut, auch bei mir ist viel kapput gegange zu hause. Die Stadt Holguin sieht aus wie damals Berlin nach dem Krig aber du weisst, wie wir Kubaner sind –  wir werden weiter Abeiten und unsere socialistische Gesellschafft weiter bauen. Ich hoffe du und die andere Freunde sind gesund. Leider habe ich kein Foto Apparat um dir ein paar fotos zu senden aber ich gebe Stefan welche mit.

Fermin

 

Das folgende Email kommt vom internationalen Sekretär der CTC (kubanischer Gewerkschaftsbund) Fidel Cano, an Stefan:

Hallo meine lieben Friends.
 
Thank You .
 
Family in Alcides Pino is OK, Ania Told Me. There is a big Destruction, in House, Electric System, Agriculture, . The City is very different , there are many tree  in the street. You will see next friday.
Banes, Gibara, Freyre many destruction; Guardalavaca Hotels , Atlantic, Pernik, there is a great disaster , the sea and the win fury ; Gladys told me this morning is catastrofic. People and Workers are working very hard, resisting . The win was terrible more than 215 km x hora.
You Know the hurricane travel all Cuba, all province sufer the damage .
 
Ok my dear friends we are here resisting , and working very hard. The CTC is OK only the Palma fall down and the Mango tree it lose many live.  See you next friday.
 
Tu amigo
 
Fidel


Spur der Verwüstung

15. September 2008

Sieben Tote und Milliardenschäden nach Durchzug von Hurrikans in Kuba (Santiago Baez in Junge Welt am 15.9.08; www.jungewelt.de)

Sieben Tote, mehr als eine halbe Million beschädigte Häuser, ein Gesamtschaden von etwa zehn Milliarden US-Dollar: Die beiden Wirbelstürme »Gustav« und »Ike«, die innerhalb von zehn Tagen Kuba heimgesucht haben, hinterließen eine Spur der Verwüstung. Vor allem in Holguín, Pinar del Río, Las Tunas, Camagüey und auf der Isla de la Juventud (Insel der Jugend) verursachten Wind und heftige Regenfälle schwere Zerstörungen.

In der Fernsehsendung »Mesa Redonda« (Runder Tisch), in der das kubanische Fernsehen täglich die Berichte über die Schäden und die Aufräumarbeiten zusammenfaßt, informierte Ana Isa Delgado, Präsidentin des Verteidigungsrates der von »Ike« schwer betroffenen Isla de la Juventud, daß bis Sonnabend bereits 77 Prozent der Stromversorgung wieder hergestellt werden konnten. Am heutigen Montag soll auch dort – wie in ganz Kuba – der Schulunterricht nach den Sommerferien wieder beginnen.

In der Jugendzeitung Juventud Rebelde zieht die nationale Zentrale des kubanischen Zivilschutzes Bilanz. 2,5 Millionen Menschen seien vor den Stürmen in Sicherheit gebracht worden, ohne daß es dabei zu Unfällen gekommen wäre. Detailliert informiert der Zivilschutz über die Umstände, unter denen die sieben Todesopfer ums Leben gekommen sind und kommt zu der Schlußfolgerung, daß auch diese Todesopfer zu vermeiden gewesen wären, wenn sich die Betroffenen an die Anweisungen des Zivilschutzes gehalten hätten.

Derweil treffen immer mehr Hilfsgüter in Kuba ein. Ecuador übernahm die Kosten für Hilfssendungen des Welternährungsprogramms der UNO, darunter neun Tonnen Dosenfisch und 45 Tonnen mit Proteinen angereicherte Kekse. Mexiko bot der kubanischen Regierung Hilfe für den Wiederaufbau der eingestürzten oder beschädigten Wohnhäuser an. Die Arbeiter des indischen Medizinproduzenten Biocon, der mit kubanischen Einrichtungen bei der Produktion von Impfstoffen zusammenarbeitet, beschlossen, einen Tageslohn für die Opfer der Wirbelstürme zu spenden. Auch in zahlreichen Ländern Lateinamerikas, so in Venezuela und Ecuador, liefen Solidaritätskampagnen an.

Eine Ausnahme stellt erneut die Regierung in Washington dar. Wie Prensa Latina berichtet, fordern die US-Behörden als Voraussetzung für Hilfeleistungen oder auch nur eine Lockerung der Blockade, daß eine Gruppe von Inspektoren Kuba besuchen und die von den Wirbelstürmen angerichteten Schäden bestätigen soll. US-Außenministerin Condoleezza Rice sagte hingegen, es sei momentan »nicht weise«, auch nur einzelne Handelsverbote gegen die Insel aufzuheben.

Auch die Regierungen Europas ließen Kuba im Stich, bisher auch die österreichische Bundesregierung.